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KATZEN AUS DEM TIERHEIM

SO WERDEN SIE  FREUNDE FÜRS LEBEN !

Sie haben sich entschieden, einer Katze aus unserem Tierheim ein Zuhause zu schenken? Darüber freuen wir uns sehr und möchten Sie zu diesem Entschluss beglückwünschen.

Dieser Ratgeber gibt Ihnen grundlegende Tipps für das Zusammenleben mit Ihrer Katze.

Mit einer Katze aus dem Tierheim nehmen Sie ein ganz besonderes Tier zu sich: Denn die kleinen Abenteurer haben oft bereits eine Menge erlebt und Erfahrungen gemacht, von denen wir so gut wie gar nichts wissen, und die heute noch zu einem Großteil ihr Verhalten bestimmen. An Ihnen liegt es nun - und das ist jeden Tag aufs Neue eine wundervolle und sehr spannende Aufgabe - die Persönlichkeit Ihrer Gefährtin zu entdecken und so einen Zugang zu ihrer Seele zu finden. Ob menschenbezogen oder eher zurückhaltender Natur - für alle Katzen sind die ersten Tage in der unbekannten Umgebung mit fremden Bezugspersonen eine echte Herausforderung. In dieser Anfangsphase ist Ihr neues Familienmitglied besonders auf Ihr Einfühlungsvermögen und Ihr Verständnis angewiesen.

DIE ERSTEN TAGE

Kinder im Umgang mit Tieren anleiten.

Der Einzug ins neue Zuhause !

Wahrscheinlich haben Sie schon ungeduldig auf den Tag gewartet, an dem Ihre Katze bei Ihnen einziehen wird. Sie haben alles liebevoll in der Wohnung vorbereitet, Kratzbaum und Schlafkorb aufgestellt, für Futternäpfe und Katzentoilette eine stille, geschützte Ecke gefunden - und bei der Ankunft läuft alles ganz anders ab, als Sie erwartet haben. Statt voller Neugier die neue Umgebung zu inspizieren, versteckt sich Ihr kleiner Freund erst einmal flink unter dem Schrank. Doch kein Grund zur Sorge: Dieses Verhalten ist ganz normal für den aufgeregten Vierbeiner. Versetzen Sie sich bitte jetzt einmal kurz in die Lage des Tieres: Es wurde womöglich ausgesetzt oder ihm ist noch Schlimmeres durch Menschenhand geschehen, dann gewöhnte es sich langsam an den Alltag im Tierheim, seine Artgenossen im selben Gehege, lernte die Betreuer besser kennen - und muss nun plötzlich mit einer völlig veränderten Situation zurecht kommen.

Sie helfen Ihrem Vierbeiner in diesen Stunden und Tagen am meisten, wenn Sie einen Rat beherzigen: Lassen Sie Ihre Katze völlig in Ruhe das unbekannte Umfeld erkunden. Manchmal dauert es nur kurze Zeit, bis die Neugier überwiegt und sich das Tier aus seinem Versteck wagt. Seien Sie jedoch nicht enttäuscht, wenn es dafür unter Um-ständen auch Tage braucht...

Wenn Sie die Transportbox an einen ruhigen Platz in der Wohnung stellen, überlassen Sie es der Katze allein herauszukommen, wann immer sie möchte. Die Tür sollte offen bleiben, so dass der Vierbeiner jeder Zeit seinen Rückzug in die Box antreten kann.

Je nach seinen Erfahrungen mit Menschen wird Ihr neuer Hausgenosse vorsichtig oder eben schneller den Kontakt zu Ihnen aufnehmen. Verlieren Sie bitte nicht die Geduld, auch wenn ein schüchterner Charakter für seine erste Annäherung mehrere Tage braucht. Schirmen Sie besonders ängstliche Tiere in der sensiblen Eingewöhnungsphase von unnötigem Stress und fremden Besuchern ab.

Rückzugsmöglichkeiten schaffen

Richten Sie Ihre Wohnung so ein, dass Ihre Katze sich immer zurückziehen kann, wenn sie sich gestresst fühlt. Sensible, ängstliche und nervöse Tiere können sich am besten an erhöhten Plätzen (Liegebretter etc.) entspannen. Hier behalten sie den Überblick und sind trotzdem geschützt.

Mit Kindern im Haushalt ...

Wichtig: Informieren Sie Ihre Kinder, bevor das neue Familienmitglied einzieht über sein Verhalten und die natürlichen Bedürfnisse von Katzen. Kleine Tierfreunde müssen verstehen lernen, warum Katzen keine selbstverständlichen Spielkameraden sind. Die sensiblen Vierbeiner wollen weder gejagt,festgehalten, noch in ihren Verstecken aufgestöbert werden.

Bitte erklären Sie Ihren Kindern, dass eine Katze nicht gestört werden darf, wenn sie schläft oder sich auf ihren Ruheplatz zurück gezogen hat, frisst oder schon ungeduldig auf ihr Fressen wartet, mit einem Artgenossen beschäftigt ist, krank ist.

Auffälligkeiten in der Eingewöhnungsphase?

Die meisten Katzen gewöhnen sich sehr schnell ein und profitieren von dem wachsenden Vertrauensverhältnis zu ihren Bezugspersonen. Das gilt besonders für schüchterne Katzen, die sich im Tierheim als das schwächste Mitglied der Gruppe meist im Hintergrund hielten und - durch die Liebe ihres Menschen gestärkt - nun ein neues Selbstbewusstsein entwickeln können.

Für Katzen mit prägenden Erlebnissen ist die Hürde "Eingewöhnung und Vertrauensaufbau" allerdings manchmal etwas schwerer zu nehmen. Vielleicht haben die Vierbeiner nur schlechte Erfahrungen mit Menschen gemacht, lange Hungerzeiten durchgestanden, wurden geängstigt, eingesperrt oder vernachlässigt. Verständlicherweise sind solche Tiere misstrauischer als ihre unbelasteten Kollegen und verhalten sich entsprechend "auffälliger", wenn sich ihre Lebensumstände abrupt ändern.

Angst und Unsauberkeit sind Verhaltensweisen, mit denen einige Katzen auf Stress reagieren. Doch diese Probleme können Sie zügig in den Griff bekommen, wenn Sie Ihrem neuem Familienmitglied die nötige Hilfestellung geben. Sie haben es in der Hand, mit viel Geduld, Verständnis und Liebe ein Umfeld zu schaffen, in dem es sich wohlfühlt und wieder Sicherheit im Umgang mit Menschen gewinnt.

Angstverhalten

Vermeiden Sie alles, was auf ein verängstigtes Tier Druck ausüben könnte:

Holen Sie es niemals gewaltsam aus seinem Versteck, halten Sie die Katze nicht mit Zwang auf dem Arm fest oder liebkosen sie gegen ihren Willen, lassen Sie dem Tier immer Rückzugsmöglichkeiten offen, verfolgen und stören Sie es nicht an seinen Ruheplätzen, warten Sie ab, bis Ihre Katze von sich aus den Kontakt zu Ihnen aufnimmt, liebevolles Zureden, sanfte Bewegungen in ihrer Gegenwart, eine ruhige Atmosphäre tragen dazu bei, dass sie sich langsam aus der Reserve locken lässt.

Unsauberkeit

Alle Veränderungen ihrer direkten Lebensumstände, wie die augenblickliche Vermittlung in ein neues Zuhause, ein Umzug, die Eifersucht auf einen menschlichen und tierischen Neuankömmling, mangelnde Aufmerksamkeit durch wieder aufgenommene Berufstätigkeit, können ein sensibles Tier kurzfristig unsauber werden lassen.

Unsere Bitte:

Seien Sie nachsichtig mit Ihrem neuen Hausgenossen, wenn ihm in den ersten Tagen ein Malheur passiert. Seine Unsauberkeit wird in dem Maße vorübergehen, in dem sich das Vertrauen zwischen Ihnen und Ihrem Tier festigt. Trotzdem sollten Sie Ihrem aufgeregten Freund klar machen, dass Sie sein Verhalten nicht schätzen.

Wie Sie "unerwünschtes Verhalten" korrigieren und bei

Unsauberkeit vorgehen sollten, lesen ALLES EINE FRAGE DER "ERZIEHUNG"?

ZUR SICHERHEIT IHRER KATZE SOLLTEN SIE...

alle Türen von Haushaltsgeräten (Waschmaschine, Backofen etc.) geschlossen halten, Steckdosen mit Kindersicherungen versehen, keine für Katzen giftigen Pflanzen (Stechpalme etc.) in der Wohnung halten, alle Farben, Lacke, Lösungsmittel und Medikamente vor neugierigen Katzenpfötchen verschließen, im Garten alle tiefen Wasserstellen (Teich, Pool, Regentonnen) abdecken, den Balkon mit Netz oder Gitter sichern, keine Fenster kippen (Todesfalle).

Neues Selbstbewusstsein für sensible Katzen

GESUNDHEIT UND FUTTER

Wichtig: Gesundheitscheck beim Tierarzt !

Impfung und Entwurmung

Im Tierheim werden alle Katzen in der Regel entwurmt, geimpft, gechipt (oder tätowiert) und kastriert. Wenn Sie ein Katzenbaby übernommen haben, kümmern Sie sich bitte wie im Abgabevertrag vorgeschrieben um Entwurmung, Grundimmunisierung, Folgeimpfungen und Kastration. Bitte schicken Sie uns nach der Kastration die Bestätigung des durchgeführten Eingriffs. Die erwachsenen Tiere sind bereits kastriert und sollten in regelmäßigen Abständen ihre Wiederholungsimpfungen erhalten. Hier ist Ihr Tierarzt Ihr bester Ansprechpartner.

Gewöhnen Sie sich bitte an, Ihr Tier (gerade bei Freigängern wichtig) regelmäßig auf Bißverletzungen, Unregelmäßigkeiten im Fell oder Parasitenbefall zu untersuchen. Die Augen müssen klar sein, dürfen nicht gerötet oder von Sekret verklebt sein. Kontrollieren Sie auch die Ohren auf Milbenbefall oder lokale Entzündungen und das Zahnfleisch auf blutende Stellen.

Sobald Ihnen das Tier verändert vorkommt (matt, träge, luslos), unter Fieber, Durchfall, Verstopfung, Erbrechen, Zurückhalten des Harns oder häufigem Urinieren leidet, gehen Sie mit ihm bitte umgehend zum Tierarzt. Darüber hinaus sollte es mindestens einmal jährlich dem Tierarzt zum grundlegenden Check (Wurmbefall, Zahnstein, Wiederholungsimpfungen, Abhören von Herztönen und bei entsprechenden Hinweisen Blutuntersuchungen auf Infektionen, Entzündungen oder (beginnenden) Organerkrankungen) vorgestellt werden. Auch bei ausschließlicher Wohnungshaltung sollte das Tier regelmäßig vor den Impfungen entwurmt werden, weil Bakterien und Viren auch von außen eingeschleppt werden können.

Futter

Für Ihre Katze ist erst einmal alles neu und fremd. Um so wichtiger, dass Sie ihr helfen, sich zu orientieren. Wenn Sie anfänglich die Futterzeiten des Tierheims und die Art der Fütterung (Feuchtfutter, Trockenfutter, Leckerlies als Belohnung etc.) beibehalten, vermitteln Sie Ihrem Vierbeiner wichtige Kontinuität.

Den größten Anteil an der Gesundheit hat die Ernährung. Bitte denken Sie stets daran, dass Übergewicht für Tiere ein großer Risikofaktor für ein gesundes Leben und Altern ist. Die überflüssigen Pfunde sind Ursache für viele (vermeidbare) Zivilisationserkrankungen wie Diabetes, Arthritis und Herz- Kreislaufgeschichten, unter denen inzwischen auch verstärkt Katzen leiden.

Richtige Dosierung - Übergewicht vorbeugen

Achten Sie Ihrem Tier zuliebe auf sein Gewicht und wiegen Sie es regelmäßig. Im Handel erhalten Sie Futter mit der optimal dosierten Nährstoffzusammensetzung entsprechend Alter, Gewicht, Beanspruchung und Gesundheit.

Für Erkrankungen (wie Bauchspeicheldrüsenleiden, Nierenerkrankungen, Diabetes, Fettleibigkeit etc.) gibt es spezielle Diätnahrung, die Sie bitte nur in Absprache mit Ihrem Tierarzt füttern.

Rohes Fleisch, Innereien, Wurst und roher Fisch können gefährliche Infektionen übertragen. Tabu für eine Katze sind außerdem: Hundefutter, Essen vom Tisch (zu salzig, zu stark gewürzt), Süßigkeiten, Milch.

Das Trinken nicht vergessen!

Katzen trinken häufig zu wenig. Dabei ist eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme die beste Prophylaxe gegen Erkrankungen der Harnorgane (Nieren, Blase, Harnwege). Achten Sie bitte darauf, dass Ihrem Tier immer genügend frisches Wasser zur Verfügung steht. Feuchten Sie gegebenenfalls das Futter an. Manche Katzen trinken Wasser lieber, wenn es schon einige Stunden gestanden hat, andere sind mit einem Spritzer Fleischbrühe (immer frisch!) im Trinkwasser zu verführen. Milch ist für fast alle Vierbeiner unbekömmlich. Anders die so genannte Katzenmilch: Sie besteht nicht aus Kuhmilcheiweiß und ist verträglicher. Allerdings darf auch sie kein Ersatz für Wasser sein.

Hinter auffällig großem Durst können sich organische Erkrankungen wie Diabetes oder Nierenleiden verbergen. Suchen Sie bitte sofort einen Tierarzt auf, wenn Ihre Katze plötzlich ungewöhnlich viel trinkt und uriniert.

 

ALLES EINE FRAGE DER "ERZIEHUNG"?

Katzen richtig “anleiten”

Positives Verhalten belohnen !

Katzen sind anspruchsvolle Charaktere, Individualisten und "machen, was sie wollen", wird oft gesagt. Das stimmt und stimmt auch wieder nicht: Denn jede Samtpfote wird bestrebt sein, bei ihren neuen Menschen nur solche Verhaltensweisen zu zeigen, die eine positive Reaktion hervorrufen und zu meiden, was Unannehmlichkeiten bereitet.  

Sie können sich die schnelle Auffassungsgabe der Katzen zunutze machen und "unerwünschtes Verhalten" in richtige Bahnen lenken. Korrigieren Sie konsequent all jene Eigenarten, die Ihnen missfallen, und verstärken Sie durch Ihr Lob (Leckerlis) zuträgliche Verhaltensweisen.

Positives Verhalten muss immer umgehend belohnt werden, sonst verliert das Lob den zeitlichen Bezug zur Handlung. Das Korrigieren unerwünschten Verhaltens hat nur dann einen Sinn (und Erziehungswert), wenn Sie Ihre Katze unmittelbar bei der Handlung ertappen. Stupsen Sie das Tier niemals mit der Nase in seine Ausscheidungen oder strafen es mit einem Strahl aus der Wasserpistole. Diese Hinweise aus älteren "Erziehungsratgebern" für Katzen sind falsch und verhindern den Aufbau einer vertrauensvollen Beziehung !

Ein Beispiel:

Ihre Katze hat sich angewöhnt, ihre Krallen an der Tapete zu schärfen. Sie sprechen ein klares Nein, bringen das Tier zu seinem Kratzbaum, und machen es neugierig, in dem Sie selbst am Baum "kratzen." Folgt Ihnen die Katze im Verhalten, wird sie gelobt, und nutzt sie ein wenig später sogar eigenständig ihren Kratzbaum, müssen Sie diese Handlung als wirklich großen Fortschritt verstehen. Fragen Sie sich doch einmal, warum Ihr kleiner Abenteurer den Kratzbaum verschmäht? Ist der Baum uninteressant, weil er an einem falschem Platz steht oder nicht zum ausgiebigen Krallenschärfen einlädt? Sie können Kratzbäume auch selbst und sehr viel spannender für Katzen aus großen Wurzeln oder Stämmen (Forstamt) herstellen. Oder einen Baum entwerfen, der gleichzeitig aufregende Klettermöglichkeiten mit Sitz- und Schlafplätzen in unterschiedlicher Höhe bietet.

Sie können Katzen das unerwünschte Krallenschärfen verleiden, in dem Sie die bevorzugten Möbel und Tapeten mit einem Wassergemisch aus Aromaölen (Citronella, Orangenöl) besprühen, kurzfristig mit Alufolie abdecken, sofort überstreichen (überkleben) und damit unattraktiv machen. Außerdem mehrere Katzenbrettchen und Kratzbäume aufstellen, ein gebrauchtes, nach Katze riechendes Kratzbrett in direkter Nähe der "verbotenen Plätze" anbringen.

So reagieren Sie bei Unsauberkeit

Sie sehen, dass Ihre Katze im Moment Ihres Eintretens den Wohnzimmerteppich für ihr Geschäft nutzt. Signalisieren Sie Ihren Unwillen mit einem klaren Nein und bringen die kleine Übeltäterin sofort zu ihrer Katzentoilette und loben sie. Geht sie von selbst dorthin, verdient sie Ihre größte Anerkennung.

Bewährte Tricks:

Stellen Sie die Näpfe Ihrer Katze auf die Stelle, die sie sich als Ersatztoilette ausgesucht hat - diesen Platz wird sie in Zukunft sauber lassen

Machen Sie das "Ersatzörtchen" durch Plastik oder Alufolie unattraktiv,

Lenken Sie Ihr Tier mit Spielen oder Leckerlies ab, wenn es sich gerade zum Geschäft niederlassen möchte.

Wird Ihre Katze hingegen plötzlich ohne für Sie erkennbaren Grund (s.o.) unsauber, dann ist Ihr detektivisches Gespür gefragt:

Wird die Katzenstreu abgelehnt? Dann wechseln Sie bitte die Marke.

Steht die Katzentoilette an einem ungünstigen Platz (zugig, unruhig, ungeschützt, in der Nähe von Reinigungsmitteln)?

Fühlt sich das Tier durch die Haube der Katzentoilette gestört?

Müsste die Katzentoilette noch öfter gereinigt werden? Manche Vierbeiner protestieren mit ihrer "Unreinlichkeit" gegen ein unsauberes Örtchen.

War das Tier krank und hatte Schmerzen bei Urinieren oder Kotabsetzen? Dann verbindet es unter Umständen die unangenehme Erfahrung ab sofort mit Katzentoilette und Einstreu. In diesem Fall müssten Sie einen anderen Platz suchen und eine neue Katzentoilette kaufen.

Unsauberkeit wegen Krankheit ?

Verhält sich Ihre Katze plötzlich anders als sonst?

Bitte veranlassen Sie bei allen Verhaltensänderungen Ihrer Katze, für die Sie keine plausible Erklärung finden, eine gründliche Untersuchung beim Tierarzt. Unsauberkeit kann auch ein Hinweis auf bestimmte Krankheitsbilder (Verletzungen im Gehirn, Rückenmark, Kontrollverlust des Schließmuskels, der Harnblase oder Entzündungen der Harnwege) sein. Gleiches gilt für das plötzliche, regelmäßige Fressen von Katzenstreu. Diesem fehlgeleiteten Appetit liegen unter Umständen Organerkrankungen oder Eisenmangel zugrunde, dessen Ursachen nur der Tierarzt herausfinden kann.

DIE “KATZENSPRACHE” VERSTEHEN

Bitte bedenken Sie bei allem, was Sie von Ihrem Tier erwarten: Eine Katze darf niemals geschlagen werden, weder mit der Hand noch mit Gegenständen. In einer aufgeladenen Atmosphäre erreichen Sie gar nichts bei Ihrem Tier.

Zwingen Sie sich zur Ruhe, wenn Sie sich über einen Vorfall geärgert haben, und versuchen Sie nachzuvollziehen, warum es zu dieser Reaktion kam, und was Ihr kleiner Freund Ihnen damit vielleicht sagen wollte. So ist zum Beispiel das "aggressive Verhalten" von Katzen oft nur ein Hilfeschrei an die Umwelt: "Ich werde nicht verstanden!"

“Aggressivität”

Fast immer geht "aggressives Verhalten" von Katzen auf eine entscheidende Ursache zurück: Die Kommunikation mit der Bezugsperson funktioniert nicht richtig, und die vermeintliche Aggression ist nur eine verzweifelte Antwort des Tieres auf fortgesetzt falsche Behandlung oder Vernachlässigung (lange Abwesenheit etc.). Gerade unerfahrene Katzenhalter deuten das Verhalten ihrer Katze oft völlig falsch - und sind bitter enttäuscht über ihren "tückischen" Vierbeiner, der "aus heiterem Himmel" kratzt oder beißt.

So mögen es zum Beispiel die wenigsten Katzen, gegen ihren Willen festgehalten zu werden. Während es für erfahrene Katzenfreunde natürlich ist, dass der Vierbeiner die Zeit für Streicheleinheiten und Spielstunden selbst bestimmt, nehmen Erstbesitzer den (widerstrebenden) Vierbeiner hoch, fixieren ihn auf dem Arm oder Schoß und vermitteln ihm damit eine Urangst aller Tiere: In die Enge getrieben und jeder Fluchtmöglichkeit beraubt zu werden.

Übersieht der Mensch in diesem Moment die zunehmende Erregung seiner "gefangenen" Katze, peitschender Schwanz, Fauchen, gesträubtes Fell, ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis sie beißt oder mit ihren Krallen zuschlägt. Der Katzenhalter, im Gefühl seinem Tier doch nur Gutes getan zu haben, wundert sich über diesen "unmotivierten Angriff" und deutet ihn als Charakterfehler. Lässt er die Katze dann mit bösen Worten fallen, bleibt ihr die Episode Liebkosung in denkbar schlechter Erinnerung. Beim nächsten Mal wird sie noch vorsichtiger oder wehrhafter reagieren.

Besonders schwierig wird das Zusammenleben zwischen Zwei- und Vierbeinern, wenn die Eltern meinen, Kinder und Tiere würden sich "schon zusammen raufen". Ein gefährlicher Irrtum: Die Kinder, froh über den Einzug eines neuen Haustieres, wollen sich mit ihm beschäftigen - und das oft ungestüm und laut. Warum die erschreckte Katze auf ihre gutgemeinte Annäherung die Flucht ergreift, faucht oder in ihrer Bedrängnis sogar die Krallen ausfährt, können Kinder ohne entsprechende Erklärungen natürlich nicht verstehen. Je häufiger solche Situationen eskalieren, desto größer die Gefahr, dass die Familie ihren "unberechenbaren Hausgenossen" ins Tierheim bringt.

Häufigste Kommunikationsfehler

Beim Streicheln:

Die Katze räkelt sich genüsslich und wünscht offensichtlich, gestreichelt zu werden. Ihr Mensch geht auf sie ein. Verständlicherweise muss das Tier nun erwarten, dass ihr menschlicher Freund sie auch dann versteht, wenn es plötzlich die Lust an der Schmusestunde verliert. Schluss sagen die hin und her schlagende

Schwanzspitze und die eng nach hinten gelegten Ohren. Leider interpretiert ihr Mensch das Verhalten falsch oder übersieht es schlicht: Er liebkost die Katze weiter, bis sie mit allen Mitteln (Krallen, Zähne, Knurren, Fauchen) ihre Abwehr zum Ausdruck bringt.

Beim Festgehaltenwerden: Eine Katze möchte niemals gegen ihren Willen festgehalten werden. Diese Situation löst Panik aus, die tief im Verhalten der Katzen (Unterschreiten der Individualdistanz) verankert ist.

Beim Fressen: Das Futter wird vorbereitet, und die Katze streicht um die Beine und umgarnt ihren Menschen eifrig. Gerührt streicht er ihr über den Kopf - und kassiert eine rabiate Abfuhr. Doch auch hier ist Enttäuschung fehl am Platz: Denn die Katze war nur auf ihre Mahlzeit ausgerichtet und nicht auf sozialen Kontakt.

Beim Beobachten von "Beute": hre Katze sitzt am Fenster und fixiert einen Vogel. Sie ist gebannt, erregt, der Körper vibriert vor Spannung. Im Vorübergehen streicheln

Sie ihr über den Rücken, und die Katze schlägt die Krallen in ihre Hand. Kein Wunder aus ihrer Sicht: Denn ihr Jagdtrieb ist aktiviert, kann aber nicht ausgelebt werden. Dieser Triebstau entlädt sich im körperlichen Angriff.

 

ABENTEUERSPIELPLATZ FÜR WOHNUNGSKATZEN

Wenn Sie sich im Tierheim für eine Wohnungskatze entschieden haben, dann wurde Ihnen sicherlich empfohlen, sich sehr intensiv mit Ihrem neuen Freund zu beschäftigen und zu spielen (stärkt Vertrauensbasis). Alle Katzen, die ohne Artgenossen in der Wohnung gehalten werden, brauchen neben ihrem engen Kontakt zu Ihnen ein anregendes und spannendes Umfeld, um sich auf Dauer in den vier Wänden nicht zu langweilen.

Mit wenigen Handgriffen können Sie Ihre Räume in kleine Abenteuerspielplätze verwandeln, in denen die Vierbeiner auf Entdeckungstour gehen, ihre Muskulatur stählen und ihre Neugier befriedigen können. Ihre Wohnung sollte folgende Annehmlichkeiten für Ihren neuen Hausgenossen bieten:

Liegeflächen in verschiedenen Höhen, zweiseitig geschlossene Ruheplätze, breite Fensterbretter zum Hinausschauen, einen, wenn vorhanden, mit Netzabgesicherten Balkon, Kuschelhöhlen und Versteckmöglichkeiten Ruhe-,Rückzugs- und Schlafplätze, Kratz- und Kletterbäume, Spielzeug und Katzengras.

Eine reine Wohnungskatze wird das Herumstromern in freier Natur nicht vermissen, weil sie es nicht anders kennt. Anders Freigänger: Sie werden unglücklich und können sogar Verhaltensstörungen (Unsauberkeit, Zerstörungswut, Nahrungsverweigerung, Angriffe gegen Menschen etc.) entwickeln, wenn man ihnen die ersehnte Freiheit vorenthält.

FREIGÄNGER LEBEN GEFÄHRLICH

Katzen, ihrer Natur nach aktiv und unternehmungslustig, unternehmen am liebsten ausgedehnte Streifzüge durch Garten und Umgebung. Achtung: Wenn Sie an dicht befahrenen Straßen oder Bahngleisen wohnen, ist Ihr herumstromerndes Tier gewaltig gefährdet. Auf ihren Erkundungsgängen können Katzen weitaus intensiver als in Innenräumen ihrem Instinkt folgen, sich frei bewegen, klettern, Sonnenbäder nehmen und herum streifen. Im Gegensatz zu Wohnungskatzen leiden Freigänger kaum unter Langweile, Einsamkeit oder Fettleibigkeit. Auf der anderen Seite stehen die Gefahren, denen Katzen durch Verkehr, Gift, Jäger oder Tierfänger ausgesetzt sind. Wenn Sie einen Freigänger aus dem Tierheim aufgenommen haben, halten Sie bitte stets die Termine für die Wiederholungsimpfungen ein. Dasselbe gilt übrigens auch für reine Wohnungskatzen. Der Impfschutz dient Ihrem Tier und allen Artgenossen, mit denen Ihr Stromer draußen Kontakt aufnimmt. Sollte Ihre Katze aus unvorhergesehenen Umständen ins Tierheim kommen, ersparen Sie ihm durch diese Vorsorge lange Quarantänezeiten.

Quelle: Bund gegen Missbrauch der Tiere e.V.

Stand: März 2005

 

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